Restauration – Peugeot Rennrad PHE 20

Das ist sozusagen mein erstes größeres Restaurations-Projekt gewesen und mein tatsächlicher Einstieg in die Fahrrad-Schrauberei. Und ich muss sagen, dass ich bei dem Peugeot Rennrad auch das meiste Lehrgeld gezahlt habe. Denn hierbei habe ich so ungefähr fast alles falsch gemacht, was man so falsch machen konnte. Aber dafür habe ich hierbei auch ungemein viel gelernt.
Damit dir das vielleicht ein Stück weit erspart bleibt, möchte ich gerne an meine ausführliche Anleitung zum Fahrrad restaurieren verweisen.

Auf diese Hobby bin ich überhaupt erst gekommen, weil ich mal einen Typen auf der Straße mit so einem schicken Retro-Rennrad gesehen habe. Und ich dachte mir, dass ich das auch unbedingt haben muss. Kurzerhand habe ich mich dran gemacht selbst nach einem günstigen Rennrad Ausschau zu halten. Das wollte ich dann mal eben fein polieren, um dann damit flott durch die Gegend gleiten zu können. Mit sehr wenig Ahnung von der Materie habe ich mir dann das Rennrad bei Ebay-Kleinanzeigen ergattert. Wobei „ergattern“ nicht der passende Ausdruck ist. Vielmehr habe ich 80 € für ein sehr defektes Peugeot Rennrad hingelegt, welches von der Grundsubstanz her schon nicht viel hergab. Das ist mir leider aber erst nach und nach immer mehr bewusst geworden.

Da ist das „Prachtstück“ – mein neues (altes) Peugeot Rennrad

Peugeot Rennrad PHE 20

Irgendwie habe ich mich total vom ersten oberflächlichen Eindruck blenden lassen. Denn das Rennrad an sich fand und finde ich immer noch sehr schön. ABER: Die HLE-Stahlrohre von Peugeot sind an sich schon nichts besonders hochwertig. Das Innenlager war hin, die Kurbel verformt. Die Speichen des hinteren Laufrades waren ziemlich zerschossen, weil da offenbar mal während der Fahrt die Kette reingerasselt ist. So ein altes Schaltwerk will eben gut eingestellt sein. Die Bremsen waren ebenfalls eine reine Katastrophe, null Bremswirkung. Einige Sachen konnte ich aber auch noch weiter gebrauchen.

Wer im Übrigen auf Recherche ist und den Typ eines alten Peugeot Rennrad Klassikers ermitteln möchte, der sollte sich die Internetadresse peugeotshow.com zu Gemüte führen. Hier könnt ihr komplette Kataloge finden, in denen die Räder mit den Originalkomponenten abgebildet sind. Mein Rad finde ich in der Form dort jedoch nicht wieder. Das ist mir bis heute etwas ein Rätsel geblieben. Die Typenbezeichnung PHE 20 deutet auf ein Peugeot Mont Blanc von 1988 hin. Auf dem Rahmen ist aber der Name „Jubilé“ angebracht. Womöglich handelt es sich um ein Jubiläumsmodell.

Peugeot Rennrad PHE 20Schließlich habe ich einige minderwertige, aber noch gut funktionierende Komponenten, mit einigen hochwertigeren neuen Komponenten zusammen gebracht. Dazu gehörte dann eine Kurbelgarnitur von Gipiemme, einen Satz neue Laufräder mit sehr schönen Pelissier 2000 Professional Hochflanschnaben. Mit den Bremsen bin ich tatsächlich noch eine Weile gefahren. Das wurde mir dann aber zunehmend zu unsicher, denn das Rennrad war echt ziemlich schnell für meinen Geschmack und da habe ich mir dann auch mehr Sicherheit gewünscht. Die relativ günstigen Tektro R-359 funktionieren mit den alten Rahmenmaßen sehr gut, dazu noch ordentliche Bremsbeläge von Kool Stop*.

Peugeot Rennrad PHE 20 Pelissier 2000 Professional Hochflanschnaben Peugeot Rennrad Tektro Bremsen

 

So richtig konnte ich mich für den Stadtverkehr mit dem Rennradlenker nicht anfreunden und auch nicht mit den sehr tief liegenden Schalthebeln am Unterrohr. Also musste dann auch ein neuer Lenker her. Wie auch neue Bremshebel und eine Möglichkeit für die Umlegung der Schaltung auf eine für mich akzeptable Arbeitshöhe. Die Bremshebel kamen dann von Dia Compe. Die alte Rahmenschaltung am Peugeot Rennrad habe ich durch eine Shimano Altus Schaltung für den Vorbau ersetzt. Das funktionierte sehr gut so zusammen und ich war schließlich zufrieden.

Peugeot Rennrad alternativer Lenker Peugeot Rennrad Bremshebel Dia Compe Peugeot Rennrad PHE 20 Neuaufbau

Peugeot Rennrad Shimano Altus Vorbau Schaltung Peugeot Rennrad Jagwire Gegenhalter Anlötsockel

 

 

 

 

Ich habe mir nicht notiert was ich alles an Geld für die Teile am Peugeot Rennrad ausgegeben habe. Manche Dinge konnte ich damals noch nicht selbst erledigen beim restaurieren. Hierfür musste ich dann auch noch öfter eine professionelle Schrauberwerkstatt konsultieren, die auch noch gut an mir verdient hat. Insgesamt war es aber ein unangemessen teures Unterfangen, denke ich. Aber es hat dennoch viel Spaß gemacht und ich bin wie bei allen Teilen, die ich selbst gemacht habe, stolz auf das Endergebnis.


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2 Antworten auf „Restauration – Peugeot Rennrad PHE 20“

  1. Sehr schöne Seite. Ich habe mein altes Winora Rad nur „normal“ saniert. Nakt gemacht, grader Lenker mit Anbauten, Kurbelgarnitur neu, Räder usw. instandgesetzt. Auch das läuft auf ebener Strecke besorgniserregend schnell. 🙂
    Jetzt hab ich auch ein Peugeot Damen Mixte in Aussicht.
    Da werden mir einige der Tipps sicher helfen.

    Viele Grüße

    Arne

    1. Hallo Arne,

      danke für dein Feedback. Viel Spaß bei dem Restaurieren/Instandsetzen des Peugeot Radels.
      Gerne kannst du ja mal schreiben, wie die Arbeit läuft.

      Schöne Grüße
      Stefan

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